Das Werkzeug Engländer ist eine stufenlos einstellbarer Schraubenschlüssel und eines der vielseitigsten und hilfreichsten Werkzeug-Klassiker in der Werkstatt. Mit seiner stufenlos verstellbaren Backe passt er sich an nahezu jede Schrauben- und Muttergröße an, ohne dass man einen kompletten Schlüsselsatz dabei haben muss.
Was wir heute umgangssprachlich „Engländer“ nennen, ist streng genommen meist ein Rollgabelschlüssel. Beim echten Engländer wird die Backenweite über eine Gewindespindel im Schaft verstellt. Beim Rollgabelschlüssel – dem heute verbreiteteren Typ – sitzt das Verstellrad direkt im Schlüsselkopf. In der Praxis spielt dieser Unterschied für den Heimwerker kaum eine Rolle, beide funktionieren nach demselben Prinzip.
Die Stärke des Engländers liegt in seiner Flexibilität: Er greift metrische und zöllige Maße gleichermaßen. Ideal wenn man an älteren Maschinen, importierten Geräten oder Fahrrädern arbeitet, wo nicht-standardisierte Schraubenköpfe auftauchen. In beengten Einbausituationen hat er gegenüber dem Franzosen (der ein beidseitiges Maul hat) den Vorteil, dass er weniger Platz benötigt.
Seinen Namen verdankt der Engländer vermutlich dem Umstand, dass es in deutschen Werkstätten ursprünglich für zöllige – also englische – Schraubenmaße eingesetzt wurde. Weiterentwickelt und 1892 patentiert hat die moderne Version der Schwede Johan Petter Johansson. Die Marke Bahco, die daraus hervorging, produziert Verstellschlüssel bis heute und gilt als Qualitätsmaßstab in diesem Bereich.
Günstige Modelle haben oft zu viel Spiel in der beweglichen Backe – der Schlüssel tendiert somit dazu, den Schraubenkopf nicht ordentlich formschlüssig zu greifen, die Kanten der Mutter oder Schraube werden rund. Qualitätsmodelle sitzen fast spielfrei an. Für allgemeine Arbeiten reicht ein 150 bis 200 mm Modell völlig aus. Wer regelmäßig im Sanitärbereich oder mit schwergängigen Verbindungen arbeitet, greift besser zum 300 mm Modell. Markenwerkzeug lohnt sich hier, ein guter Engländer hält ein Leben lang.
Alle drei sind verstellbare Schraubenschlüssel, unterscheiden sich aber in der Verstellmechanik und Bauform. Der klassische Engländer verstellt über eine Gewindespindel im Schaft, der Rollgabelschlüssel über ein Rad im Kopf – das ist heute der verbreitetere Typ. Der Franzose hat ein beidseitiges Maul und wird über Drehen des Schaftes verstellt.
Immer wenn Präzision, Kraft und eine Schonung der Mutter/Schraube gefragt sind. Feste Maul- und Ringschlüssel haben keine beweglichen Teile, sitzen fester am Schraubenkopf und runden keine Kanten ab. Der Engländer ist die flexible Lösung – kein Ersatz, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
Ein 150 – 200 mm Modell mit ca. 30 mm Maulweite deckt den Großteil der Heimwerkeranwendungen gut ab. Wer auch an größeren Rohren oder Sanitärinstallationen arbeitet, ergänzt das mit einem 300 mm Modell.
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